2.

Die Wahl

AUSTAUSCHEN
  1. Was hast du diese Woche mit Gott erlebt?
  2. Wofür bist du dankbar?
  3. Wo brauchst du Gottes Hilfe?
  4. Wie kann dir praktisch geholfen werden?
  5. Betet für einander
RÜCKBLICK
  1. Was hast du seit dem letzten Treffen vom Gelernten umgesetzt?
  2. Wie geht es den Menschen, welche dir besonders am Herzen liegen? Was würde ihnen am meisten helfen?
  3. Wem konntest du von einem Gotteserlebnis erzählen? Mit wem konntest du beten?
  4. Betet für diese Leute
LESEN
  1. Der Text wird zweimal laut vorgelesen
  2. Jemand erzählt in eigenen Worten den Text nach, mit Unterstützung der Gruppe.
  3. Würde etwas weggelassen oder ergänzt?

1 Mose 3

1Die Schlange war listiger als alle anderen Tiere, die Gott, der Herr, gemacht hatte. »Hat Gott wirklich gesagt, dass ihr von keinem Baum die Früchte essen dürft?«, fragte sie die Frau.2»Natürlich dürfen wir«, antwortete die Frau,3»nur von dem Baum in der Mitte des Gartens nicht. Gott hat gesagt: ›Esst nicht von seinen Früchten, ja – berührt sie nicht einmal, sonst müsst ihr sterben!‹«4»Unsinn! Ihr werdet nicht sterben«, widersprach die Schlange, 5 »aber Gott weiß: Wenn ihr davon esst, werden eure Augen geöffnet – ihr werdet sein wie Gott und wissen, was Gut und Böse ist.«

6Die Frau schaute den Baum an. Er sah schön aus! Es wäre bestimmt gut, von ihm zu essen, dachte sie. Seine Früchte wirkten verlockend, und klug würde sie davon werden! Sie pflückte eine Frucht und biss hinein. Dann reichte sie die Frucht ihrem Mann, der bei ihr stand, und auch er aß davon. 7 Plötzlich gingen beiden die Augen auf, und ihnen wurde bewusst, dass sie nackt waren. Hastig flochten sie Feigenblätter zusammen und machten sich daraus einen Lendenschurz.

8Am Abend, als ein frischer Wind aufkam, hörten sie, wie Gott, der Herr, im Garten umherging. Ängstlich versteckten sie sich vor ihm hinter den Bäumen. 9 Aber Gott, der Herr, rief: »Adam, wo bist du?«10Adam antwortete: »Ich hörte dich im Garten und hatte Angst, weil ich nackt bin. Darum habe ich mich versteckt.«11»Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist?«, fragte Gott. »Hast du etwa von den Früchten gegessen, die ich euch verboten habe?« 12 Adam versuchte, sich zu rechtfertigen: »Die Frau, die du mir gegeben hast, ist schuld daran! Sie reichte mir eine Frucht von dem Baum – deswegen habe ich davon gegessen.« 13 »Was hast du bloß getan?«, wandte der Herr sich an die Frau. »Die Schlange hat mich dazu verführt! Nur wegen ihr habe ich die Frucht genommen«, verteidigte sie sich.

14Da sagte Gott, der Herr, zur Schlange: »Das ist deine Strafe: Verflucht sollst du sein – verstoßen von allen anderen Tieren! Du wirst auf dem Bauch kriechen und Staub fressen, solange du lebst!15Von nun an werden du und die Frau Feinde sein, auch zwischen deinem und ihrem Nachwuchs soll Feindschaft herrschen. Er wird dir auf den Kopf treten, und du wirst ihn in die Ferse beißen!«

16Dann wandte Gott sich zur Frau: »Ich werde dir in der Schwangerschaft viel Mühe auferlegen. Unter Schmerzen wirst du deine Kinder zur Welt bringen. Du wirst dich nach deinem Mann sehnen, aber er wird dein Herr sein!« 17 Zu Adam sagte er: »Statt auf mich hast du auf deine Frau gehört und von den Früchten gegessen, die ich euch ausdrücklich verboten hatte. Deinetwegen soll der Ackerboden verflucht sein! Dein ganzes Leben lang wirst du dich abmühen, um dich von seinem Ertrag zu ernähren. 18 Du bist auf ihn angewiesen, um etwas zu essen zu haben, aber er wird immer wieder mit Dornen und Disteln übersät sein. 19 Du wirst dir dein Brot mit Schweiß verdienen müssen, bis du stirbst. Dann wirst du zum Erdboden zurückkehren, von dem ich dich genommen habe. Denn du bist Staub von der Erde, und zu Staub musst du wieder werden!«

20Adam gab seiner Frau den Namen Eva (»Leben«), denn sie sollte die Stammmutter aller Menschen werden. 21 Gott, der Herr, machte für die beiden Kleider aus Fell und legte sie ihnen an. 22 Dann sagte er: »Nun ist der Mensch geworden wie wir, weil er Gut und Böse erkennen kann. Auf keinen Fall darf er noch einmal zugreifen und auch noch von dem Baum essen, dessen Frucht Leben schenkt – sonst lebt er ewig!«23Darum schickte er ihn aus dem Garten Eden fort und gab ihm den Auftrag, den Ackerboden zu bebauen, aus dem er ihn gemacht hatte. 24 So kam es also, dass die Menschen aus dem Garten vertrieben wurden. An dessen Ostseite stellte Gott Keruben mit flammenden Schwertern auf. Sie sollten den Weg zu dem Baum bewachen, dessen Frucht Leben schenkt.


Jeder liest den Text für sich

ENTDECKEN
  1. Ist dir im Text etwas Besonderes aufgefallen?
  2. Was gefällt dir und was stört dich an diesem Text?
  3. Was kannst du in diesem Text über Gott und über die Menschen lernen?
ANWENDEN
  1. Frage Gott, wie du auf diesen Text reagieren sollst. Braucht es:
    • eine Veränderung des Verhaltens?
    • ein Versprechen, das zu machen und zu erfüllen ist?
    • ein Beispiel, dem es zu folgen gilt?
    • ein Gebot, dem es zu gehorchen gilt?
  2. Teile deine Erkenntnis mit der Gruppe
Notizen

Bevor wir uns auf die Tragik dieses Kapitels einlassen, ist noch etwas anderes wichtig. Die Menschen hörten, wie Gott im Garten spazierte. Sofort wussten sie, dass Gott nun zu ihnen kommt. Es schien nichts Aussergewöhnliches zu sein, dass Gott mit ihnen durch den Garten spazierte und sie miteinander redeten. Das muss eine wunderbare, unkomplizierte Beziehung zwischen Gott und den Menschen gewesen sein. Das veränderte sich dramatisch, als die Menschen sich plötzlich zwischen der Schlange und Gott entscheiden mussten.

Die Schlange hat den Menschen den Rat gegeben, vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen. Als Folge davon merkten sie, dass sie nun ein grösseres Problem hatten. Sie wussten dass Gott am Abend zu ihnen in den Garten kommt. Wie sollten sie sich nun verhalten? Der Mann beschloss, die Schuld auf die Frau zu schieben und die Frau beschloss, die Schuld auf die Schlange zu schieben. Das ist der Anfang des Individualismus und Egoismus. Nun begannen sie sich nicht mehr als Einheit von Mann und Frau zu betrachten, sondern als Individuen. Damit begannen sie, sich voneinander zu distanzieren. Deshalb haben sie mit Blättern Kleider geflochten. Sie brachten zum Ausdruck, was im Herz schon geschehen ist. Sie grenzten sich voneinander ab, schützten sich voreinander und gemeinsam verbargen sie sich vor Gott.

Die Menschen kannten bisher nur das Gute und lebten in einer wunderbaren Beziehung zueinander und zu Gott. Mit dem Essen der verbotenen Frucht entdeckten sie das Böse und dessen Auswirkungen. Die Dinge nahmen ihren Lauf und die Menschen wurden aus dem Garten Eden und somit aus Gottes Gegenwart vertrieben. Der Rat der Schlange war nicht komplett falsch. Die Menschen sind nicht unmittelbar gestorben, sondern wurden von Gott, der Quelle des Lebens, getrennt und wurden somit sterblich. Tragischerweise standen ab diesem Zeitpunkt nicht nur die Menschen unter dem Einfluss des Todes, sondern die ganze Schöpfung und so mussten schon erste Tiere ihr Leben lassen, damit die Menschen Kleider hatten. Durch diese eine Tat, mit welcher sich die Menschen gegen Gott gestellt hatten, wurden alle Beziehungen gestört. Die Beziehung zu Gott war gestört, die zwischenmenschliche Beziehung wurde gestört, die Beziehung von den Menschen zu den Tieren wurde gestört und die Beziehung vom Mensch zur Natur wurde gestört.